Wenn die Unternehmenskrise soweit fortgeschritten ist, dass eine Sanierung außerhalb einer Insolvenz nicht mehr möglich ist, bietet das neue Insolvenzrecht inzwischen weitreichende Lösungsansätze und erhebliche Gestaltungsspielräume für eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens. Stand in der Vergangenheit ausschließlich der Gläubigerschutz im Vordergrund, welcher oft zu einer Zerschlagung des Unternehmens führte, zielt das neue Insolvenzrecht auch auf einen Erhalt des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze ab.

Ein Insolvenzverfahren ist dabei nicht mehr zwingend mit einem vollständigen Kontrollverlust für die Geschäftsleitung verbunden. Die Insolvenzordnung bietet nunmehr Möglichkeiten, auch in einem Insolvenzverfahren die Geschicke des Unternehmens weiterhin maßgeblich zu beeinflussen (siehe hierzu auch „Eigenverwaltung / Schutzschirm“)

In zahlreichen Projekten haben wir gemeinsam mit dem Unternehmen und unserem Netzwerk aus Insolvenzrechtsexperten Lösungen gefunden, um auch in solch schwierigen Ausgangslagen die für alle Beteiligten bestmöglichen Lösungen zu identifizieren und umzusetzen.

Prüfung Insolvenzreife

Die Praxis hat gezeigt, dass viele Unternehmen die Prüfung einer möglichen Insolvenzantragspflicht zu lange hinauszögern. Bestehen Anhaltspunkte dafür, dass Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt oder droht, ist umgehend zu handeln und die entsprechenden Prüfungen zu veranlassen.

Zunächst sollte untersucht werden, ob nicht bereits Sachverhalte vorliegen, die eine unverzügliche Insolvenzantragsstellung erforderlich machen. Hierzu ist anhand der gesetzlichen Vorschriften zu überprüfen, ob bereits die sog. Zahlungsunfähigkeit, eine drohende Zahlungsunfähigkeit bzw. eine Überschuldung eingetreten ist. In Abhängigkeit von den Ergebnissen dieser Prüfung können sich weitere Notwendigkeiten, wie z.B. die Erstellung einer sog. Fortbestehensprognose ergeben.

Felbier Mall steht in solchen Situationen kurzfristig und höchst vertraulich für ein erstes unverbindliches Gespräch zur Verfügung. Sollte sich hierbei ergeben, dass die o.g. Prüfungen erforderlich sind, unterstützen wir sie hierbei schnell und kompetent.

Insolvenzantrag

Von der Erstellung und der Begründung des Insolvenzantrages über die gegebenenfalls erforderliche Koordination eines vorläufigen Gläubigerausschusses bis zur Auswahl eines vorzuschlagenden Insolvenzverwalters oder Sachwalters müssen in kurzer Zeit eine Vielzahl von Maßnahmen auf einander abgestimmt und durchgeführt werden.

Im Rahmen unserer langjährigen Beratungspraxis haben wir umfangreiche Erfahrungen mit allen Phasen und Bestandteilen eines Insolvenzverfahrens gesammelt. Gemeinsam mit dem Unternehmen können wir daher auch in solchen Situationen die den Umständen entsprechende optimale Lösung erarbeiten.

Sollte sich eine Insolvenz nicht mehr vermeiden lassen, bzw. wurde sie für die anstehende Sanierung als der erfolgversprechenste Weg identifiziert, gilt es, die geeignete Verfahrensart zu identifizieren. In Abhängigkeit von den unternehmensspezifischen Umständen ist zu entscheiden, ob das Insolvenzverfahren in der sogenannten Eigenverwaltung oder als „klassisches“ Insolvenzverfahren (Regelinsolvenzverfahren) durchgeführt werden soll.

Fällt die Wahl auf die Eigenverwaltung und liegen spezielle Voraussetzungen vor, kann die Sanierung im Rahmen eines sog. Schutzschirmverfahrens ein geeigneter Weg sein.

Alle Verfahrensarten haben spezifische Vor- und Nachteile, die es in Abhängigkeit von der speziellen Unternehmenssituation im Hinblick auf die jeweiligen Sanierungs-Chancen sorgsam abzuwägen gilt. Dazu bedarf es zwingend kompetenter Beratung, um rechtzeitig die Weichen für ein erfolgreiches Verfahren richtig zu stellen. Nur mithilfe einer professionellen und sorgsamen Vorbereitung können in dieser kritischen Phase die Erfolgsaussichten einer Sanierung in der Insolvenz entscheidend erhöht werden.

Eigenverwaltung/ Schutzschirm

Die Eigenverwaltung und das sogenannte Schutzschirmverfahren sind mittlerweile bedeutende Instrumente zur Sanierung eines insolventen Unternehmens und finden in der Praxis zunehmend Anwendung. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Antragsvoraussetzungen und dem Umfang der Rechte, die den beteiligten Gruppen eingeräumt werden.

Beide Verfahrensarten haben zum Ziel, das Unternehmen zu erhalten und fortzuführen. Sie ermöglichen es dem Unternehmen, ein Insolvenzverfahren unter der Aufsicht eines sogenannten Sachwalters durchzuführen und die erforderlichen Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen „in eigener Regie“ umzusetzen. Die Verwaltungs- und Vertretungsbefugnis, die in einem Regelinsolvenzverfahren spätestens mit Eröffnung des Verfahrens auf den Insolvenzverwalter übergeht, verbleibt in diesem Falle bei der Geschäftsleitung des schuldnerischen Unternehmens.

Die Durchführung der Eigenverwaltung ist auch mit zahlreichen Pflichten verbunden, die sich unmittelbar aus der Insolvenzordnung ergeben. Für die erfolgreiche Durchführung eines Verfahrens in Eigenverwaltung ist daher zwingend eine insolvenzrechtliche Begleitung erforderlich. Felbier Mall berät bei der Prüfung der Voraussetzungen, der Vorbereitung und der Durchführung einer Eigenverwaltung.

Insolvenzplan

Die Erstellung und Durchführung eines Insolvenzplans kann unter gewissen Voraussetzungen ein geeignetes Instrument zur Sanierung und damit zum Erhalt des bestehenden Rechtsträgers sein. Er sieht vor, dass das Unternehmen in seiner bisherigen Form erhalten bleibt und schreibt fest, in welchem Umfang die Gläubiger auf Teile ihrer Forderungen verzichten. Wichtig ist hierbei, dass sich die Gläubiger insgesamt nicht schlechter stellen als bei einer Verwertung des Schuldnervermögens im sog. Regelverfahren.

Die Erstellung eines Insolvenzplans ist rechtlich sehr anspruchsvoll und bedarf daher in jedem Fall kompetenter rechtlicher Beratung und Unterstützung. Gemeinsam mit unserem Netzwerk aus Insolvenzrechtsexperten begleiten wir Unternehmen auch in dieser schwierigen Phase der Sanierung.

Investorenprozess

Stellt sich heraus, dass eine Sanierung des Rechtsträgers über einen Insolvenzplan nicht möglich ist, bleibt als weitere Option der Verkauf der Vermögensgegenstände des insolventen Unternehmens im Rahmen einer sog. „Übertragenden Sanierung“. Die für die Fortführung des Geschäftsbetriebes notwendigen „Assets“ werden an einen Dritten verkauft, die bestehenden Arbeitsverhältnisse gehen dabei zwingend auf den Käufer über.

Die Verbindlichkeiten und die nicht betriebsnotwendigen Vermögensgegenstände verbleiben danach bei dem insolventen Unternehmen. Nach Abzug aller Verfahrenskosten werden schließlich die Gläubiger aus dem gezahlten Kaufpreis und dem Verwertungserlös der verbliebenen Vermögensgegenstände quotal und in Abhängigkeit von ihren individuellen Sicherungsrechten befriedigt.

Dieser Verkauf der wesentlichen Unternehmensteile in einer solchen Spezialsituation bedarf ebenfalls zwingend kompetenter Unterstützung. Von der Zusammenstellung der relevanten Unternehmensdaten und deren Bereitstellung in einem sogenannten Datenraum über die Auswahl und Ansprache geeigneter Kaufinteressenten bis zur Begleitung der Vertragsverhandlungen bedarf es viel Fingerspitzengefühl und des nötigen Fachwissens, um diesen Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Felbier Mall kann auf die Erfahrung aus einer Vielzahl von gelungenen Unternehmenstransaktionen aufbauen und bietet sich daher auch für diesen Teil des Verfahrens als kompetenter Begleiter an.

Distressed Due Diligence

Eine Besonderheit stellt der Unternehmenskauf oder -Verkauf in der Krise dar. Hier gilt es sich – in der Regel unter großem Zeitdruck – einen Überblick über die wirtschaftlichen, finanziellen und rechtlichen Verhältnisse eines Unternehmens zu verschaffen.

Nur mit der Erfahrung aus einer Vielzahl von erfolgreich durchgeführten Projekte kann es gelingen, die wesentlichen Fakten und Zusammenhänge zu identifizieren, die für eine richtige Entscheidung die notwendige Basis sind.

Auch in einer solchen Spezialsituation kann Felbier Mall Sie hierbei gemeinsam mit den Experten aus unserem Netzwerk kompetent unterstützen.

Interim-Management/CRO/CEO/CFO

Im Gegensatz zu vielen anderen Beratern übernehmen wir bei Bedarf auch die volle Verantwortung für die Sanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens. Dazu kann sowohl die Besetzung von Vorstands- oder Geschäftsführungspositionen (CEO, CRO oder CFO), als auch die Bereitstellung von Spezialisten für einzelne Führungspositionen gehören.

Die Phase der Insolvenz stellt für ein Unternehmen und seine Mitarbeiter eine besondere Herausforderung dar. Oberste Priorität hat hierbei die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes. Dazu bedarf es einer Vielzahl von Gesprächen und Maßnahmen sowohl mit den wesentlichen Kunden und Lieferanten, als auch mit allen weiteren an dem Verfahren beteiligten Gruppen.

Ob in der Eigenverwaltung oder in einem Regelinsolvenzverfahren bedarf es zwingend der engen Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Sach- bzw. Insolvenzverwalter bezüglich der sich aus der Insolvenzordnung ergebenden Maßnahmen. Dieser sich daraus ergebende Mehraufwand stellt eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeiter dar, sodass sich der ohnehin schon meist vorhandene Ressourcenengpass weiter verschärft.

In dieser kritischen Phase kann Felbier Mall wichtige Schlüsselpositionen im Unternehmen mit seinen erfahrenen Experten im Rahmen eines Interim-Managements besetzen.

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